Verführt werden

Wie sich Verführung für uns alle erreichen lässt

Eintrag vom: 07.09.2018



Bei dem Wort Verführung denkt man häufig zuerst an einen besonders aufreizenden Anblick einer Person oder an eine Begegnung, die uns nachhaltig in Erinnerung geblieben ist, weil wir zum Beispiel von jemandem in einer unscheinbaren Situation überrascht wurden. Derjenige oder diejenige hatte in diesem Moment vielleicht solch eine Anziehungskraft, dass wir uns zu etwas haben verführen lassen, womit wir vorher gar nicht rechnen konnten. Verführung ist jedoch noch viel mehr als das pure Verlocken lassen zum Sex.  Vor der Verführung steht erst einmal das Hineinhorchen in die eigenen Bedürfnisse. Wer verführen will, weiß vorher was er oder sie selbst braucht. Wenn das eigene Bedürfnis klar ist, versucht der Verführende sich seinem Gegenüber so zu nähern, dass es für den zu Verführenden interessant ist, sich mit dem Bedürfnis des anderen zu beschäftigen. So kann Verführung auch losgelöst von sexuellen Begegnungen entstehen. Im Alltag werden wir von den Bedürfnissen anderer Menschen angesprochen und können dann mehr oder weniger unbewusst entscheiden, inwiefern es für uns selbst von Nutzen ist, auf den anderen einzugehen. Auch wenn das zuerst sehr berechnend klingt, ist es doch immer eine gewisse Abwägung, die sich blitzschnell in uns abspielt. Die Entscheidung, sich dem anderen zu widmen, geschieht dann nach einem Abgleich mit den eigenen Bedürfnissen. Auf die Sexualität bezogen, hängt es also nicht nur mit den oberflächlichen (optischen) Punkten zusammen, die uns ansprechen, wie beispielweise reizvolle Unterwäsche, die zu Werbezwecken als verführerisch tituliert wird. Sexuell verführerisch zu sein bedeutet sich mit sich selbst und der eigenen Wirkung auseinandergesetzt zu haben und den anderen durch verbale wie auch körperliche Kommunikationsfähigkeit dazu zu gewinnen, sich in das Miteinander einzulassen. Die vielen Faktoren, die mit der Verführungsfähigkeit zusammenhängen, lassen sich übrigens gezielt trainieren.



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