Heiratswillige

Wie Sex sich in der Ehe verändern kann und wie es gelingt, sich trotz Ring am Finger weiter zum Anbeißen zu finden

Eintrag vom: 28.05.2019



Aus welchen Gründen auch immer geheiratet wird – es bleibt ein besonderes Ereignis. Herzzerreißendes Liebesgeflüster oder ein peppig in Szene gesetztes Brautpaar mit einer Horde feierwütiger Freunde oder am besten alles auf einmal. Jede Hochzeit hat ihren eigenen Glamour.

Eines haben sie alle gemeinsam. Man verspricht sich einander. Und dabei ist es inzwischen kein Geheimnis, dass manche Versprechen gar nicht mal so lange halten. Andere überdauern Jahre, bis zum Tod oder sogar darüber hinaus.

Um sich auf den Bund der Ehe für eine möglichst langanhaltende Glückseligkeit einzulassen, hilft es, sich in Sachen Sex mit dem oder der Frischvermählten mal gerade heraus zu unterhalten. Doch das fällt vielen schwer. Die Gefahr nach dem offiziellen Versprechen ist real, dass der Sex im Laufe der Jahre langweilig wird, weniger Feuer brennt und bei passender Gelegenheit zur Seite gesprungen wird.

Faktoren wie gemeinsames Haus, Kinder und unbewegliche Anschaffungen beeinflussen das Miteinander. Je mehr Verflechtungen es gibt, umso sicherer kann man sich sein, dass der oder die andere nicht gleich wieder ab zwitschert.

Und darin liegt für den ein oder anderen Menschen ja auch der Sinn einer Hochzeit.

Was passiert aber mit dem Sex, wenn man sich nun ein ganzes Stück sicherer ist, dass man beieinander bleibt? Sex bekommt weniger Aufmerksamkeit.

Je nachdem wer von beiden mehr oder weniger Sex möchte, gerät sukzessive in eine, oftmals unausgesprochene, Schieflage der eigenen Bedürfnisse. So ist es kein Wunder, dass durch unbefriedigte Sexualität scheinbar winzige Reibereien zu handfesten Konflikten werden. Das ist selbstverständlich nicht immer so! Es gibt Bilderbuchehen, die fantastisch laufen und sich eines blühenden Sexlebens erfreuen. Nur für diejenigen, die eine deutliche Abnahme der gegenseitigen Anziehungskraft spüren und die Begierde zusehends schwindet, ist es zum Erhalt des Eheglücks empfehlenswert, sich mit dem Partner oder der Partnerin der Sexualität zu widmen.

Verallgemeinernd zu sagen, was genau die beste Strategie ist, gestaltet sich schwierig. Für den einen sind es Abwechslung uns das Ausprobieren spezieller Praktiken, für den anderen ist es Romantik, sich Zeit füreinander nehmen und sich gegenseitig überraschen und für ganz jemand anderen bedeutet die Auseinandersetzung mit Sex, mal einen (neuen) Porno zu gucken, in Swingerclubs zu gehen oder sich eine(n) Dritte(n) dazu zu holen. All diese Dinge können angebracht sein oder auch nicht. Es kommt auf das jeweilige Paar an und auf die Sexualität von jedem Einzelnen.

Für alle Eheleute gilt: Haben Sie Sex, den Sie wollen! Seien Sie ehrlich! Nehmen Sie Rücksicht, geben Sie ihre eigenen Bedürfnisse preis, machen Sie keinen Druck und lassen Sie der Lust freien Lauf. Das bedeutet, sich gegenseitig offen zu sagen, was man möchte. Auch wenn das impliziert, dass man mal keinen Sex will. Nichts ist für eine erfüllende Sexualität hinderlicher als das konstante Gefühl zu haben, dass es wirklich mal wieder sein muss. Für Anregungen und Abenteuer sollten Sie sich trauen, Ihre eigenen Wünsche und Ihre eigenen Grenzen mitzuteilen.

Wer mehr zum ehelichen Sex erfahren und ein paar Tipps lesen möchte, kann in der Sommerausgabe der Séparée in der Rubrik >Beziehungs.weise< einen Beitrag von mir finden.

http://separee.com/blog/detailsseite/wenn-die-hochzeitsglocken-laeuten-teil-2.html



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